Die Prüfer schauten genau hin
In Freilassing fanden Abschlussprüfungen für angehende Gastronomen statt
FREILASSING (-oo-28.01.2010) - In der Gastronomie - Abteilung der Staatlichen Berufsschule Berchtesgadener Land in Freilassing traten an mehreren Tagen rund 50 junge Leute, die jetzt ihre Berufsausbildung beenden, zur Abschlussprüfung vor der Prüfungskommission der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern an. Etwa 30 ehrenamtliche Prüfungsmeister schauten dabei zusammen mit Kommissionsvorsitzendem Armin Roßmeier den angehenden Köchen, Hotelfachleuten und Fachkräften im Gastgewerbe bei ihren praktischen Prüfungsaufgaben genau auf die Finger.
Die erneut. auf den neuesten Stand gebrachten Lehrküchen und Ausbildungsräume, an der Freilassinger Berufsschule hatten die Industrie und Handelskammer dazu bewogen; nicht nur die angehenden Gastronomie -Fachkräfte aus dem Landkreis Berchtesgadener Land, sondern auch die jungen Leute aus den Bereichen Rosenheim und Mühldorf zu ihrer Abschlussprüfung hierher einzuladen. Berufsschuldirektorin Rosa Mayer hatte daneben auch Gäste aus der heimischen Wirtschaft gebeten, sich bei einem Kostproben-Essen sowohl von den Leistungen der Koch-Prüflinge als auch vom Können der, die Speisen servierenden jungen Leute zu, überzeugen. 'Sie verband damit den besonderen Dank für die Verbundenheit der Betriebsinhaber und Ausbilder mit der Berufsschule, die im gemeinsamen Bemühen um eine zeitgerechte und praktische Anforderung in den Betrieben berücksichtigende Ausbildung der jungen Leute zum Ausdruck kommt. Auch für finanzielle Förderung kann die Direktorin immer wieder Dank sagen. Diesmal waren es die Wirte, die aus dem Erlös der von ihnen veranstalteten „weißblauen Wirtshauswochen" den drei besten Besuchern der Berufsfachschule für gastgewerbliche Berufe mit einem Stipendium unter die Arme greifen.
Die angehenden Gastronomie-Fachkräfte hatten die Gäste schon im Vorraum der Gastronomie-Abteilung mit attraktiven Aperitifs empfangen. Sie hatten auch die Tische im Servierraum festlich und vorschriftsmäßig eingedeckt. Für sie hatte wie für die Prüflinge im Kochberuf der Tag mit einer theoretischen Prüfung begonnen, an die sich nun der Beweis des praktischen Könnens anschließen sollte. Während der Ansprachen herrschte noch reger Betrieb in den Lehrküchen. Die Auszubildenden im Kochberuf hatten nach Angaben von Prüfungskommissionsvorsitzendem Roßmeier bereits im Oktober 2009 mitgeteilt bekommen, aus welchen Bestandteilen der ihnen zur praktischen Prüfung, zur Verfügung `gestellte Warenkorb besteht, aus dem sie dann ihr Prüfungsmenü unter den Augen der Prüfer herstellen sollten: Aus den in diesem Warenkorb enthaltenen Rohstoffen war schon zu erkennen, dass eine italienische Minestrone angesagt war, danach ein Hauptgang mit Wildhasenrücken, dazu Maronen und Wintergemüse. Als Dessert hatten sich die Prüfer Topfenknödel mit Himbeeren vorgestellt
Nicht alle Prüflinge schienen sich im Wissen um die zur Verfügung stehenden Zutaten schon in den Monaten vor der Prüfung darüber Gedanken gemacht zu haben, was sie daraus machen wollen. Einer der eingeladenen Prüflinge verzichtete deshalb ganz, auf die Teilnahme. Drei weitere kapitulierten während der Prüfung. Von den restlichen Prüflingen kamen höchst unterschiedlich gestaltete Speisen, von denen manche Anerkennung verdienten.
Prüfungsversitzender Roßmeier zeigte sich am Ende nicht ganz zufrieden mit dem Durchschnitt der gezeigten Leistungen. „Dabei haben die jungen Leute in den modernen Küchen und Servierräumen der Freilassinger Schule optimale Voraussetzungen für ihre praktische Prüfung in einer der besteingerichteten Gastronomie-Abteilungen im Kammerbezirk", 'erklärte er.
Der Kreisvorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbandes, Johannes Hofmann, sprach in seinem Grußwort die Wichtigkeit gut ausgebildeter Mitarbeiter in der Gastronomie und Hotellerie an. Schließlich strebe man eine Qualitätsoffensive an, um mehr noch als bislang für Gäste aus dem In- und Ausland attraktiv zu werden und damit das Standbein „Tourismus" zu stärken.
Die Investitions-Bereitschaft in den Hotels werde durch die Senkung der Mehrwertsteuer für Übernachtungen auf sieben Prozent angeregt, und davon könnten wiederum auch heimische Handwerker profitieren, die bei den Baumaßnahmen der Hotelbranche und der Modernisierung ihrer Häuser Beschäftigung finden konnten. Schließlich hätten auch heimische Geldinstitute zugesagt, Darlehen für Modernisierungsmaßnahmen bereitzustellen. Hofmann rief die anwesenden Gastronomen dazu auf, verstärkt junge Leute auszubilden, um genügend Fachkräfte zu haben, wenn geburtenschwächere Jahrgänge ins Berufsleben eintreten. , Den jungen Leuten, die ihre Abschlussprüfung bestanden haben, rief Hofmann zu: „Nach einer guten Ausbildung in der Gastronomie steht ihnen die Welt offen."