Mehr Individualität im Friseurhandwerk
32 junge Nachwuchskräfte freigesprochen –
Theresa Brandmayer ist Prüfungsbeste
BERCHTESGADENER LAND (mh 12.08.2009) - Die erste Hürde in ihrem Berufsleben, den erfolgreichen Abschluss der Lehrzeit, haben 32 junge Friseurinnen und Friseure der Innung Traunstein-Berchtesgadener Land genommen. Entsprechend feierlich gestaltete sich das Ambiente der Freisprechungsfeier im Teisendorfer Poststall. Hübsch zurechtgemacht für die Übergabe der Gesellenbriefe waren die Absolventen in Begleitung von Familienmitgliedern gekommen.
Die Festredner sprachen in ihren Grußworten nicht nur den Dank an Schule und Ausbilder an. Unisono waren sie sich einig, dass mit dem Gesellenbrief ein neuer Abschnitt beginnt, der ständige Weiterbildung fordert, um den Berufsstand mit Engagement und Selbstbewusstsein zu vertreten.
Erstmals wurde die Feier unter der Federführung des neu gewählten Innungs-Vorstands durchgeführt. Der stellvertretende Obermeister Gerhard Michel eröffnete den Abend und hieß die zahlreichen Ehrengäste willkommen. „Nutze den Tag und starte durch", gab er den frischgebackenen Gesellen mit auf den beruflichen Weg in die Zukunft.
Prüfungsvorsitzende Monika Hildebrandt offerierte die Prüfungsergebnisse: Der Notendurchschnitt lag im theoretischen Teil bei 2,9 und in der Praxis bei 2,8. Oberstudiendirektorin Rosa Mayer erinnerte, dass die Gesellen während ihrer Ausbildungszeit erforderliches Denken und Handeln gelernt haben. Sie bezeichnete den Friseurberuf als einen Beruf mit hohem Stellenwert und großer Anerkennung in der Gesellschaft, da er der Kundschaft verhilft, das persönliche Erscheinungsbild zum Ausdruck zu bringen. „Ich wünsche Ihnen, dass Sie in Ihrem Beruf ihr Selbstwertgefühl steigern und Sie den Lebenspartner finden, mit dem Sie glücklich sein können - denn glückliche Menschen sind schöne Menschen."
Obermeisterin Evelyn de Marco-Maier verdeutlichte, dass der Friseurberuf viel Gestaltungsraum bietet und viel Kreativität gefordert ist. „Dies erfordert aber auch eine ständige Weiterbildung. Infolge des demografischen Wandels müssen wir in den nächsten Jahren mit verändertem Verbraucherverhalten rechnen. Das heißt, in Zukunft wird immer mehr Individualität gefragt sein."
Die Obermeisterin wies in ihrer Ansprache auf die Arbeitssituation hin. Schwarzarbeit und hoher Mehrwertsteuersatz sind nach wie vor „Brennpunkte", denen es entgegenzuwirken gilt. In diesem Zusammenhang verwies sie auf die Stärke der Innung, denn der Verbund stellt eine starke Gemeinschaft dar. Umfassender Dank an Lehrmeister; Kollegen, Betriebe, Lehrkräfte, Berufsschule und Berufsbildungszentrum, aber auch an Familien und Freunde der Absolventen stand am Ende der Ansprache der Obermeisterin. „Handwerk hat goldenen Boden. Sie sollten diesen Satz nicht unterschätzen'", gab, sie den Zuhörern mit. Kreishandwerksmeister Peter Eicher sprach die frischgebackenen Gesellen nun „frei" und gratulierte zu den bestandenen Prüfungen. Zusätzlich unterstrich er die professionelle Leistung, die in der Innung Traunstein-Berchtesgadener Land erbracht wird. Eicher machte aber auch auf den Wandel im Land aufmerksam. „Tugenden wie Wahrheit, Fleiß und Disziplin werden wieder mehr wert. Schöpfen Sie Kraft aus Ihren gezeigten Leistungen bei Ausbildung und Prüfung und treten Sie selbstbewusst auf."
Mit strahlenden und erleichterten Gesichtern holten sich anschließend die 32 Absolventen ihre Gesellenbriefe ab. Zusätzlich erhielten sie ein Präsent der AOK Bayern. Sowohl den theoretischen als auch den praktischen Teil hatten fünf Prüflinge mit der Note „Zwei" abgeschlossen. Johanna Hofreiter, Daniela Krammet, Sabrina Krautenbacher, Katharina Murr erhielten eine besondere Auszeichnung. Prüfungsbeste war Theresa Brandmayer vom Salon Holzapfel in Waging. Sie erhielt einen zusätzlichen Preis.