Großer Festtag der Schreinerfamilie
Freisprechungsfeier der Schreinerinnung Berchtesgadener Land in der Berufsschule Freilassing
FREILASSING (pw 28.07.2009) - Nach dreijähriger, oftmals nicht leichter, Lehrzeit haben es 23 junge Männer geschafft und die Gesellenprüfung erfolgreich absolviert. Aus der Hand von Innungsobermeister Werner Scharf bekamen sie nun in der Aula der Berufsschule Freilassing ihre Gesellenbriefe überreicht., Der stellvertretende Innungsobermeister der Schreinerinnung Berchtesgadener Land, Josef Kranawetvogl - aus Marktschellenberg, konnte neben den neuen Schreinergesellen viele Gäste begrüßen, vor allem die Meister und Ausbilder der Absolventen.
Kranawetvogl zeigte sich erfreut, dass so viele zum „großen .Festtag der Schreinerfamilie" gekommen waren. Zu den jungen Gesellen sagte er, dass ihre Schreinerlaufbahn im Tal, begonnen hat, sie den einen oder anderen Gipfel erklommen haben, aber auch viele Hindernisse ihren Weg säumten. „Jetzt seid Ihr am Ziel und ihr könnt stolz sein, dass Ihr diesen schönen Beruf gelernt habt, wo Geist und Körper sinnvoll zusammenarbeiten. Getragen vom Aufwind sollt Ihr die Augen in eurem weiteren Berufsleben offen halten und nie aufgeben", sagte der Schreinermeister.
Studiendirektor Hermann Kunkel informierte, dass alle ihre Lehrzeit erfolgreich abgeschlossen haben. Das beste Berufsschulzeugnis konnten Christian Dumberger mit einem Notenschnitt von 1,14 und Philipp Pöllner mit 1;28 vorweisen. Hermann Kunkel dankte den Lehrherren und Ausbildern, die den jungen Menschen die Schreinerausbildung ermöglicht hatten. Er wolle mit aller Kraft dafür kämpfen, dass die Schreinerinnung und die Berufsschule im Landkreis erhalten bleiben. Seinen nun ehemaligen Schülern wünschte er Gesundheit, Gottes Segen und alles Glück dieser Welt.
Angers Bürgermeister Silvester Enzinger überbrachte die Grüße des Landrates Georg Grabner. „Drei Jahre des Lernens sind nun vorbei und ich gratuliere allen zur bestandenen Gesellenprüfung", sagte Enzinger. „Doch habt ihr nun wirklich ausgelernt?", fragte er. In der heutigen schnelllebigen Zeit seien alle Berufe und Lebensbereiche einem unglaublich schnellen Wandel unterworfen.
Der Schreinergeselle vor 40, 50 Jahren würde viele der heutigen Maschinen: und Werkstoffe nicht kennen und die modernen Arbeitsweisen und Verbindungstechniken nicht verstehen. Doch bei allen Veränderungen sollte immer der Mensch im Mittelpunkt stehen, sowohl in der Arbeit als auch in der Freizeit. ,Die Arbeit sollt Ihr nicht als Job sehen, sondern als eine Aufgabe, die Euch fordert, aber auch Zufriedenheit und Freude gibt. Ihr habt eine gute Ausbildung hinter Euch und, deshalb alle Chancen, einen guten Arbeitsplatz zu- finden", so Silvester Enzinger.
Dann trat Innungsobermeister Schreinermeister Werner Scharf ans Rednerpult. „Es waren harte Tage für Euch Prüflinge, aber Ihr habt Euch alle tapfer geschlagen", sagte Scharf zu den angehenden Schreinergesellen. In circa 80, bis 100 Arbeitsstunden haben die Prüflinge Gesellenstücke gefertigt, die von der Prüfungskommission bewertet wurden. Deren Vorsitzender war Schreinermeister Johannes Haas aus Bad Reichenhall. Werner Scharf sagte, dass das Handwerk ein besonderer Stabilitätsfaktor ist, der sozialen Frieden garantiert. Er sieht die Wirtschaftskrise als beschleunigte Entwicklung in die Zukunft, die gemeistert werden muss. Dann bat der Innungsobermeister die angehenden Schreinergesellen, sich von den Plätzen zu erheben. Unter dem 700 Jahre alten Zunftkreuz der Schreinerinnung Berchtesgaden sagt Scharf, zu den Gesellen: „Kraft meines Amte spreche ich Euch von den Rechten und Pflichten des Lehrvertrages frei." Damit ist auch offiziell die Lehrzeit beendet.
Dann zeichnete Scharf die Innungssieger aus: Innungssieger wurde Philipp Pöllner aus Stützing, Gemeinde Saaldorf-Surheim. Er hat seine Ausbildung bei der Schreinerei Karl Eisl in Teisendorf absolviert. Er hatte eine Diele mit Spiegel gefertigt. Platz zwei ging an Christian Dumberger, der seine Ausbildung beim Dienstleistungszentrum der Bundeswehr in Bad Reichenhall (früher Standortverwaltung) bekommen hat.
Bei der Gesellenprüfung gibt es auch noch den Wettbewerb „Gute Form". Dabei wird das Gesellenstück nach Aussehen und Zweckmäßigkeit bewertet. Als Jury fungierten Schreinermeister Christian Utz aus Piding, M. Ludwig; vom Architekturbüro Maier in Freilassing und Malermeister Jürgen Zellerhoff aus Bayerisch Gmain. Den ersten Preis erhielt Christian Dumberger, der einen hängenden Wohnzimmerschrank mit gestufter Tiefe gefertigt hatte. Schülersprecher Florian Kugler dankte den Berufsschullehrern mit Studiendirektor Hermann Kunkel an der Spitze für die Mühen in den letzten drei Jahren mit einem reichhaltigen Brotzeitkorb. Mit einem Abendessen klang die Freisprechungsfeier der Schreinerinnung Berchtesgadener Land 2009 aus.'